Work-Life-Balance. Ein Begriff der einem in der Arbeitswelt immer häufiger begegnet. Bei den Arbeitgebern oftmals negativ konnotiert, ist es besonders für die Generation Y, geboren zwischen 1980 und 2000 ein Wort, welches ihre Werte verkörpert und ein Life-Style den diese Generation geprägt hat.

Mit der Generation Y wurde auch der Wunsch nach einem ausgeglichenem Leben laut. Karriere wird nicht mehr um jeden Preis gemacht und schon recht nicht auf Kosten des Privatlebens. Aus wir leben um zu Arbeiten wurde wir arbeiten, um zu leben. Schlagworte wie Sabbatical, flexible Arbeitszeitenmodelle und Homeoffice. All das sind Forderungen, die diese Generation mit sich bringt. Forderungen, die sie an die künftigen Arbeitgeber stellen. Diese Arbeitgeber stammen meist aus den Vorgänger-Generationen. Vieles war damals anders. Und hier liegt das Problem. Wenn Generation X und Y aufeinander treffen fehlt oftmals das gegenseitige Verständnis für einander.

Generation Y

Wie der Begriff Work-Life-Balance schon besagt, strebt diese Generation ein Gleichgewicht zwischen Job, Freizeit, Familie und Freunde an. Dabei wird kein Ungleichgewicht in Richtung Arbeit toleriert. Im Fokus steht die eigene Zufriedenheit, die sich in aller erster Linie über das Sozialleben einstellt und erst in einem zweiten Schritt über den Beruf.

Generation X

Dem gegenüber steht die Elterngeneration der heutigen Millennials. Sie sind die Geschäftsführer und Personalleiter in Unternehmen. Sie haben viel investiert, um dort zu sein, wo sie jetzt sind. Überstunden wurden gemacht, Freizeit hintenangestellt und Arbeit, Disziplin und Fleiß für den wirtschaftlichen Erfolg investiert. Denn erfolgreich im Job zu sein war oftmals Priorität und ihre Kinder haben gesehen was der Preis dafür ist. Vielleicht fordert die Generation Y deswegen so vehement ihre Selbstverwirklichung ein, um es anders zu machen als ihre Eltern.

Konfliktpotential zwischen zwei Generationen

Trifft diese Elterngeneration auf der Suche nach passenden Nachwuchs für das Unternehmen auf die Generation Y, birgt das häufig ein Konfliktpotential. Dieses ist Begründet im gegenseitigen Unverständnis.  Die Elterngeneration war bereit vieles zu opfern, um die Karriereleiter weiter nach oben zu klettern und ein Unternehmen voran zu bringen. Sie deutet die Forderung nach Work-Life-Balance der Millennials als mangelnde Strebsamkeit, zu wenig Biss und fehlende Motivation. Doch die Generation Y hat etwas angestoßen.

Time to change   

Aufgrund des demografischen Wandels kann sich diese Generation als eine der ersten leisten diese Forderungen an Arbeitgeber zu stellen. Damit leitet sie einen Wandel ein. Es reicht nicht mehr aus, monetäre Anreize zu geben. In den Köpfen der Heranwachsenden hat sich einiges verschoben. Geld wiegt immer seltener fehlende Freizeit auf. Deshalb müssen sich Unternehmen umstrukturieren, um dennoch die begehrten High Potentials für sich zu gewinnen. Denn sind sie nicht bereit eine Umgebung zu schaffen, die auf die Bedürfnisse ihrer Arbeitnehmer eingeht, stellt das im schlimmsten Fall ein Ausschlusskriterium dar.

Win Win Situation

Was bei dieser Debatte jedoch nicht außer Acht gelassen werden darf, ist das Potential für beide Seiten. Work-Life-Balance ist nicht nur eine Chance für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber. Bei Mitarbeitern mit einem hohen Überstundenpensum und wenig Freizeit ist das Frustrationspotential höher. Unzufriedene Mitarbeiter sind häufiger krank, weniger produktiv und schlechte Botschafter für das eigene Unternehmen. Wohingegen zufriedene, ausgeglichene Mitarbeiter mit mehr Motivation an ihre Aufgaben herantreten. Das schlägt sich meist auch in einer besseren Qualität nieder. Zusätzlich bedeuten glückliche Arbeitnehmer eine reduzierte Personalfluktuation und höhere Fachkräftebindung.

Fazit

Work-Life-Balance ist ein Trend, der etwas bewegt. Nicht nur Strukturen, sondern auch Denkweisen. Und wie es mit jeder Veränderung ist, muss diese behutsam kommuniziert und in Kooperation mit allen Beteiligten vorangetragen werden. Das bedeutet Kompromisse zu finden und die Bedürfnisse beiden Seiten zu vereinen. Der erste Schritt in diese Richtung ist deshalb vorurteilsfrei und offen mit dem Thema umzugehen. Die Forderung nach einem Leben, das nicht von der Arbeit dominiert wird, ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit mangelndem Ehrgeiz und Motivation. Diese Angst gilt es insbesondere für die Generation Y Arbeitgebern zu nehmen. Die richtige Kommunikation ist dabei das A und O.

 

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