Anschreiben verfassen

Du kennst sicher das Dilemma eines Anschreibens im Bewerbungsprozess. Man kann viel Zeit hinein investieren – aber die Zu- oder Absage wird ohne Feedback bezüglich dem eigenen Anschreiben gegeben. Darum widmet sich dieser Artikel diesem unbeliebten Thema und versucht zu verdeutlichen, warum es Anschreiben eigentlich gibt und ob diese notwendig sind.

Ein Großteil der Studienabsolventen steht vor der Entscheidung, wie es nach dem Abschluss beruflich weitergehen soll. Wenn man nicht direkt ein Vorstellungsgespräch bei seinem Traumunternehmen bekommt, stellt man sich bald die Frage, welches Unternehmen oder welche Karriereplattform die Richtigen sind. Vor dieser Fragen stand ich – und bin sicherlich nicht der Einzige. Im Folgenden habe ich diese Fragen ein wenig genauer unter die Lupe genommen.

Problem 1: Der Bewerbungs-Prozess

Es gibt zwei Möglichkeiten. Man kann sich über Jobbörsen, wie wir sie alle kennen, oder direkt bei einem Unternehmen bewerben. Von dem zweiten Weg profitieren vor allem große Unternehmen wie die „Big Four“ oder bekannte Marken. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) haben hier deutlich mehr Schwierigkeiten. Das führt dazu, dass sich unzählige Absolventen bei den bekannteren Firmen melden, und der Großteil dieser eine Standardabsage erhält.

Einen neuen Weg bietet die Jobsuche nach Präferenzen, Persönlichkeit, Potenzial, oder wie viele gerne sagen, ein „Job-Tinder“. Statt der herkömmlichen Jobsuche über Stellenanzeigen berechnet die App bzw. der Algorithmus den Matching-Score. Die Jobsuche wird vereinfacht. Im Gegensatz zum oftmals sprunghaften Dating werden hier auch die Erwartung der Absolventen abgefragt. Gleichzeitig geben auch die Unternehmen an, was sie voraussetzen und welche Eigenschaften Bewerber haben sollten. Die App nimmt dabei keine Rücksicht auf die Größe des Unternehmens, wodurch wird die Jobsuche zu einem Gewinn für beide Seiten wird. Kandidaten und Personaler nehmen automatisch eine objektivere Perspektive ein.

Problem 2: Die Kontaktaufnahme

Die Absagen, die Bewerber erhalten, geben keine Informationen darüber, ob es an den eigenen Qualifikationen lag oder andere Bewerber mehr Berufserfahrung oder bessere Noten hatten. Der Grund könnte auch sein, dass das eigene Anschreiben nicht passend genug war oder zu generisch. Fakt ist, dass der Bewerber in den meisten Fällen nicht weiß, ob er einfach von vorneherein keine Chance hatte, oder ob er knapp gescheitert ist.

Natürlich kann man immer argumentieren, dass eine Stelle andere Anforderungen hatte, wie z.B. spezielles Fachwissen, das man als Hochschulabsolvent nicht in ausreichender Form vorweisen kann. Klassische Stellenanzeigen können allerdings nicht genauer differenzieren. Im Idealfall sagt dir die Stelle also im Vorhinein, ob du ausreichende Qualifikationen für den Job besitzt und weißt dich auf Lücken hin bzw. darauf, wie groß die Differenz zum Optimum ist. So sollte Job Matching 2017 funktionieren.

 

Problem 3: Das Bewerbungsverfahren

Das führt uns zum Anschreiben. Der ‚Cover-Letter‘, so sehr man ihn auch personalisiert, wird trotzdem nach dem „Copy und Paste“-Verfahren erstellt. Sie sind voll von Floskeln und Buzz-Words, die die Aufmerksamkeit Personaler erregen sollen. Aber warum existiert diese Anforderung dann? Soll es dem Personaler einen Einblick in die Motivation eines Bewerbers geben? Sollte direkt ersichtlich werden, ob der Student motiviert genug ist, um diesen Job langfristig anzunehmen?

Ein kopiertes Anschreiben bringt einen nicht weiter. Persönliche und unternehmensspezifische Cover-Letter kosten den Bewerber Zeit, vor allem, weil man sich im Normalfall bei mehreren Unternehmen bewirbt. Das Motivationsschreiben wird zur Last und die meisten Hochschulabsolventen werden also gerne darauf verzichten. Die Frage ist nun, ob diese Schreiben den Unternehmen nutzen. Meine (subjektive) Antwort ist ganz klar: Nein! Will man ein Persönlichkeits-Screening bzw. einen ersten Einblick in die Eignung des Kandidaten, bringen andere psychologische Methoden viel mehr. Letztendlich muss man den Kandidaten im Bewerbungsgespräch kennenlernen. Deswegen mein Appell an Personaler: Verabschiedet euch von den Traditionen. Auch etablierte Methoden muss man von Zeit zu Zeit überdenken.

Fassen wir zusammen. Die Jobsuche, modern oder klassisch, sollte sich dem Geist der Zeit anpassen. Dazu gehört das Überdenken der bisherigen Einstellungsmethoden. Mit dem Job-Matching bei jobify versuchen wir genau diesen Schritt in die Zukunft zu gehen. Matching ist auf nachhaltige und langfristige Arbeitsverhältnisse ausgelegt. Das bedeutet Ehrlichkeit in der Bewerbung, dafür aber auch realistische Bewerbungsanforderungen.

Andreas Storz

Andy mischt mit seinen breiten Fachkenntnissen und fundierter Quidditch-Erfahrung in fast allen Bereichen von jobify mit und hat dabei immer einen Blick auf unsere Performance. 100 Punkte für Gryffindor!

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Christoph Feldner

Hallo

Vielen Dank – Andreas – für die informative und nachvollziehbare Erläuterung von Pro & Contra von Jobifys Job Matching System. Kann dem Artikel inhaltich voll und ganz zustimmen. Es ist einfach unabdingbar, dass auch über etablierte traditionelle Denk- und Verhaltensmuster (Jobsuche, Arbeitsgestaltung, Führungsstil etc.) kritisch in Bezug auf Aktualität/Zeitgeist reflektiert werden soll, damit ein optimales Denken und Verhalten entwickelt werden kann, welches zur erfolgreichen Zielrealisierung führt.