Welcher Beruf passt zu mir? Wo möchte ich (später einmal) arbeiten? Welche Anforderungen habe ich an meinen Arbeitsplatz? Fragen wie diese betreffen uns alle. Meist beschäftigen sie uns in unterschiedlichen Lebensphasen und bringen wesentliche Entscheidungen mit sich. Die Wahl des „richtigen“ Studiums, einer passenden Ausbildung, der Ort an dem wir Leben möchten, Familienplanung, Lebensgestaltung… Die Berufswahl hat starke Auswirkungen auf unser Alltagsleben. Immerhin verbringen wir einen Großteil unserer Lebenszeit an unserem Arbeitsplatz. Wir sehen unsere Kollegen häufiger als unsere Familie, nutzen die Office-Kaffeemaschine täglich dreimal mehr als unsere eigene. Außerdem muss der Beruf unser Auto, den Urlaub oder extravaganten Kleidungsstil finanzieren. Ein Beruf zu finden, der den eigenen Ansprüchen entspricht und auch noch Spaß macht, ist gar nicht so einfach – denn es gibt so viele Berufe

 

„Früher war alles einfacher“

Früher war alles anders. Einfacher? Vielleicht! Andreas ist vor 20 Jahren Bauer geworden, weil sein Papa Bauer war. Sein Opa auch. Heute haben wir mehr Auswahl. Zum Glück! Das stellt uns gleichzeitig aber auch vor neue Herausforderungen. Während wir versuchen erwachsen zu werden und die Welt zu verstehen müssen wir gleichzeitig auch entscheiden, in welche Richtung wir beruflich gehen möchten. Und das schon ziemlich früh: die vermeintlich „richtige“ Auswahl der Ausbildung oder des Studiums erfolgt bereits in jungen Jahren.

Zurück zu Andreas: Bei ihm war bereits seit der Geburt klar, dass der den Bauernhof seiner Eltern übernehmen wird. Gefragt wurde Andreas nicht. Hinterfragt hat er das auch nicht. Ein Smartphone mit Instagram, das ihm gezeigt hätte, dass sein Freund Hannes aus dem Nachbardorf an die Uni gegangen ist, um zu Studieren – was bei Andreas vergleichende Komplexe hätte auslösen können – gab es erst recht nicht.

 

Die Qual der Wahl

Heute werden wir täglich durch die verschiedensten Medien damit konfrontiert, was wir beruflich alles machen können. Unsere Eltern sagen uns, dass wir einen Beruf finden sollen, der uns glücklich macht. Wenn das so einfach wäre. Unzählige Möglichkeiten und unterschiedliche Berufsbezeichnungen machen uns die Orientierung schwer.
Hinzu kommt der Anspruch nicht mehr nur viel Geld zu verdienen, sondern auch einen Job zu finden, der sinnvoll ist, auf unsere individuellen Bedürfnisse eingeht und unserem Selbstverwirklichkeitsdrang Raum gibt. Die alltäglichen Probleme der Genration Y & Z also. Ganz Abgesehen von (selbstverständlichen) Benefits wie: Home Office, Arbeitshandy, unbeschränkten Urlaubstagen undsoweiterundsoweiter …

 

Gefangen im Berufsorientierungs-Dschungel

Den Durchblick zu behalten ist nicht einfach. Es fehlt die Zeit in jeden Beruf „reinzuschnuppern“. – hinter die Kulissen zu schauen und die Menschen zu Fragen, was an ihrem Beruf so toll ist. Eine Möglichkeit gibt es doch: die Online-Berufsorientierungs-Plattform whatchado​. Hier werden Menschen und deren Berufe vorgestellt, indem sie 7 standardisierte Fragen beantworten: In kurzen Videos erzählen sie um was es bei ihrer Arbeit geht, was das Coole an ihrem Beruf ist, welche Einschränkungen es gibt, welche Schule/Ausbildung/Studium sie für den Beruf gemacht haben und ob es auch ohne ihren Werdegang gehen würde. Diese kurzen Einblicke geben die Möglichkeit, von der Lebens- und Berufserfahrung dieser Menschen und ihren verschiedenen Werdegängen zu profitieren: ein Geschäftsführer, der früher Hausmeister war? Eine Schauspielerin, die eigentlich zum Militär gehen wollte? Das sind nur zwei der über 7.500 Lebensgeschichten auf whatchado.com. Zu hören, dass es zum Traumberuf eben nicht nur diesen einen einzigen Weg gibt, sondern viele verschiedene Werdegänge möglich sind: das kann sehr inspirierend sein.

 

Inspirierende Lebensgeschichten

Inspirierend ist auch die Geschichte von Ali. Ali kam mit 2 einhalb Jahren mit seiner Familie aus dem Teheran nach Österreich. Aufgewachsen ist er in einem Flüchtlingsheim an der Stadtgrenze von Wien. Die Schule hat er abgebrochen. Ein halbes Jahr vor der Matura. Der Grund dafür? Ein Sprachfehler und ein Umfeld, das nicht an ihn glaubte. Aber Ali gab nicht auf! Was folgte waren: Abendschule und Studium, 40 verschiedene Jobs – unter anderem als Unternehmensberater für Siemens und einen amerikanischen Softwareentwickler – und die Einsicht, dass er mit seiner Orientierungslosigkeit nicht alleine war. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich eine Idee: Ali wollte so vielen (jungen) Menschen wie möglich dabei helfen, den richtigen (beruflichen) Weg zu finden.

 

4 Freunde > eine Vision

2011 zog er also gemeinsam mit seinen drei engen Freunden Jubin, Stefan, Manuel und einem Camcorder los, um Menschen zu fragen, was sie in ihrem Beruf machen und um sie ihre Lebensgeschichte erzählen zu lassen. Die Idee wurde ein Konzept. Vier Visionären wurden ein Gründerteam, dann ein StartUp namens whatchado. Aus dem Camcorder wurde ein professionelles Video-Team und aus einem Video-Interview wurden über 7500 Videos-Interviews. Heute ist Ali Europäischer Jugendbotschafter. Gemeinsam mit Stefan ist er regelmäßig an Schulen in ganz Deutschland und Österreich unterwegs, um Jugendliche zu motivieren, sich mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen. Manuel wirkt aktiv und kreativ an der Videoproduktion mit und Jubin leitet das Unternehmen whatchado. Hinter ihrer Vision steht inzwischen ein ganzes Team, das täglich daran arbeitet, Menschen bei ihrem persönlichen Berufsorientierungsprozess zu begleiten und gemeinsam ​den passenden Beruf zu finden​.

 

 

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