Konfliktfreiheit am Arbeitsplatz gibt es nicht, außer vielleicht in einem Ein-Mann-Unternehmen. Sobald jedoch mehrere Personen aufeinander treffen kommen früher oder später unterschiedliche Meinungen zusammen. Mit jeder weiteren Meinung steigt auch das Konfliktpotential. Jedoch sollte man nicht zwanghaft um Harmonie bemüht sein, manchmal können Konflikte auch zu einem funktionierenden Team beitragen. Doch was, wenn es mit einer Person eskaliert? Hier ist es unbedingt wichtig, die Wogen soweit zu glätten, dass eine funktionierende Zusammenarbeit garantiert ist. Wie genau man das am Besten anstellt, haben wir in ein paar Tipps zusammengefasst.

  • Der 1. Schritt

    Aktiv das Gespräch suchen ist das A und O in Richtung Streitschlichtung. Hierbei sollte man auf keinen Fall den Kollegen auf dem Flur abpassen oder in der Mittagspause vor den anderen auf den Konflikt ansprechen. Anstatt zwischen Tür und Angel vereinbart man besser einen Termin. So können sich beide Parteien auf das Gespräch vorbereiten und es ist genügend Zeit für die Aussprache in einem privaten ungestörten Setting.

  • Vorbereitung ist alles

    Wer möchte, dass das Gespräch erfolgreich verläuft, sollte wie bei jeder Verhandlung Vorarbeit investieren. Das bedeutet genau zu reflektieren was einen stört, ob es eventuell einen Auslöser für die Situation gab und welche Veränderung man sich wünscht.

  • Den Blickwinkel tauschen

    Ein wichtiger Punkt, der auch in der Vorbereitung eine Rolle spielt, ist das Sich-selbst-reflektieren. Zu einem Streit gehören immer zwei. Selbst wenn man noch so sehr davon überzeugt ist unschuldig an dem jetzigen Zustand zu sein, sollte man sich die Zeit nehmen, um zu überdenken welchen eigenen Anteil man an der Situation trägt. Sich in das Gegenüber hineinversetzen und Gesagtes oder Taten versuchen aus seiner Warte heraus zu betrachten.

  • Konstruktivität

    Dieser Punkt korreliert ebenfalls stark mit der Vorbereitung. Im Eifer des Gefechts neigt man gerne dazu auf einer sehr persönlichen Ebene zu argumentieren. Das geht weit an konstruktiver Kritik vorbei. Wer sich jedoch bereits im Vorfeld Gedanken macht, minimiert das Risiko einer unsachlichen Argumentation.

  • Ich-Botschaften

    Das hat man vermutlich schon zu genüge gehört, aber es ist und bleibt ein wichtiger Punkt. Wer nicht möchte, dass sein Gegenüber sich sofort angegriffen fühlt und in eine destruktive Defensive geht, sollte sich das zu Herzen nehmen.

  • Fragen

    Um gemeinsam zu einer Lösung zu kommen sollte man die Gegenpartei immer wieder zu ihrer Meinung befragen. Das schafft zum einen Klarheit, verhindert aber auch, dass der andere durch den Monolog mauert. Und man kann dadurch gemeinsam zum einer Einigung kommen.

  • Konkrete Lösungsvorschläge

    Zu jedem Kritikpunkt sollte man sich auch vor dem Gespräch mögliche Lösungen überlegen. Das zeigt die Bereitschaft etwas ändern zu wollen und wirkt zielführend. Dabei sollten die Vorschläge für beide Seiten gewinnbringend sein.

  • Ceep Calm

    Zuletzt der wichtigste Punkt. Cool bleiben. Emotionen heben Konflikte schnell auf eine persönliche unsachliche Ebene. Wer Souverän bleibt, schafft eine gute Basis für ein harmonisches Miteinander.

Folgen

Konflikte sollten also wahr- und ernstgenommen werden. Nicht angesprochene Konflikte können das Arbeitsklima für einen selbst, aber auch für nicht involvierte Kollegen stark negativ beeinflussen und unterschiedlichste Folgen haben:

  • Demotivation
  • Schlechtere Arbeitsergebnisse
  • Verminderte Produktivität
  • Körperliche Symptomatiken
  • Psychische Symptomatiken
  • Kündigung

Prävention

Um derartiges zu vermeiden, ist es nicht verkehrt Präventivmaßnahmen zu ergreifen, um einen Rahmen zu schaffen der keine ausartenden Konflikte zulässt. Folgende Punkte kann jeder im Alltag beachten:

  1. Just Business

    Kritik im beruflichen Umfeld wird häufig persönlich genommen, obwohl sie sich auf rein fachlicher Ebene bewegt. Wer hier reflektiert, dass sie sich nicht gegen einen selbst als Person richtet, es schafft einen kühlen Kopf zu bewahren und die Kritik anzunehmen und konstruktiv umzusetzen, verhindert das aufkommen eines Konfliktes.

  2. Reflektion

    Manchmal sieht man die eigene Rolle in der Situation nicht. Macht man sich bewusst, dass das eigene Verhalten oder die Reaktion auf ein Verhalten einen Teil der Situation mit ausmacht, kann anders Agieren und nimmt die Situation auch anders wahr.

  3. Offene Kommunikation

    In jeder Beziehung, sei es in der Familie, mit dem Partner oder Arbeitskollegen, ist offene Kommunikation die beste Methode, um einen gravierenden Streit zu vermeiden. Es kann sich keine Wut anstauen und man gibt dem Gegenüber die Möglichkeit sich zu erklären und etwas zu ändern.

  4. #noignorance

    Dies geht Hand in Hand mit einer offenen Kommunikation. Konflikte sollten nicht allein gelassen werden und vor sich hinschwelen bis sie zu einem Inferno heranwachsen.

  5. Erwartungen anpassen

    Man muss nicht zwingend in jedem Mitarbeiter einen neuen besten Freund finden. Manchmal hilft es die Erwartungen herunter zu schrauben. Das führt zu einem entspannteren, weniger konfliktgeladenen Miteinander.

 

Fazit

Konflikte müssen nicht immer schlecht sein, manchmal sind sie auch förderlich für eine Team-Dynamik. Für alle Konflikte gilt jedoch – klären. Das bedeutet nicht das künstliche aufbauschen von Meinungsverschiedenheiten, sondern das Ansprechen von echten Konflikten, die sich auf das Miteinander und die Zusammenarbeit hinweg auswirken. Wer hier mit Souveränität und Empathie agiert, muss keine Sorge vor einer Konfrontation haben.

 

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