90 Bewerbungen, 14 Skype Interviews, 5 Vorstellungsgespräche: Das ist meine ganz persönliche Bilanz nach 5 Monaten Jobsuche. Kuriositäten inklusive. Hier ein Auszug meiner persönlichen „Härtefälle“.

Thema Jobbeschreibung

Mal habe ich mich als Social Media & Content Manager beworben nur um dann zu erfahren, dass ich eigentlich nichts mit Inhalten sozialer Medien zu tun haben werde. Seltsam. Und ich dachte „Content“ heißt so viel wie „Inhalt. Da sei die Ausschreibung wohl „missverständlich formuliert“ worden heißt es dann. Großartig! Bin ja nur durch halb Deutschland getuckert für diese Erkenntnis – und dann werden mir nicht mal die Fahrtkosten erstattet.

Dann war da die Sache mit dem „Volontariat Kommunikation“, Schwerpunkt Unternehmenskommunikation. Nach 10 Minuten Interview sagt man mir, O-Ton: Also Unternehmenskommunikation können wir Ihnen hier im klassischen Sinne nicht bieten“. Komplette Verwirrung macht sich breit: War das Wort „Unternehmenskommunikation“ in der Anzeige nicht sogar FETT gedruckt? Wenigstens musste ich hier keinen Fahrtkosten hinterher trauern, war nur ein Skype-Interview. Ganz zu schweigen von diesem Erlebnis: Auf einem gängigen Jobportal stoße ich auf eine frische Stellenausschreibung. Zur Sicherheit mache ich mich nochmal auf der Website des Unternehmens schlau und verifiziere: Da steht es, schwarz auf weiß „WIR SUCHEN“. Ich bewerbe mich und erhalte keine 2 Stunden später eine Antwort. Tut uns Leid, aber wir haben keine vakante Stelle zu vergeben. Hm. Muss wohl eine Fata Morgana gewesen sein.

„Ich denke Recruiting braucht ein Make-Over, eine kleine Revolution.“

Thema Interview

Von diversen, kuriosen Assessment Tests im home office Stil (die sich wohl bemerkt über 3 Monate erstreckten) mal abgesehen, kam es leider sehr oft vor, dass man mir mehrfach die gleichen Fragen stellte und meine Interviewpartner erstaunlich schlecht vorbereitet waren. In meinem speziellen Fall wurde mir mehrfach vorgeworfen ich sei ja „eigentlich zu international aufgestellt“ und wäre in einem deutschen Unternehmen fehl am Platz – seit wann ist internationale
Erfahrung denn ein Problem? Nur weil ich etwas auf Englisch kann, heißt es doch nicht, ich kann es nicht auch auf Deutsch. An anderer Stelle wurde mir mein Können der englischen Sprache rigoros abgeschrieben ohne es auch nur einmal geprüft zu haben – 7 Jahre Studium auf Englisch, Auslandsaufenthalte im englischen Sprachraum und Arbeitserfahrungen im englischen Arbeitsumfeld waren offenbar nicht Beweis genug. Ein Dolmetscherstudium hätte es aus Sicht des Arbeitgebers sein müssen, dann hätte man mir vielleicht eine Chance gegeben.

Mein persönliches Fazit

Wenn man von den genannten, abstrusen Geschichten mal absieht, liegen die Probleme der letzten Monate klar auf der Hand: klare Ziele zu identifizieren und zu definieren. Sowohl auf meiner Seite – Wie heißt der Job nach dem ich suche eigentlich, nach was muss ich suchen? – als auch auf der Seite der Unternehmen: Hier führten viele Stellenausschreibungen in die Irre. Beispielsweise weil die Anzeigen unpräzise oder missverständlich formuliert waren und nur einen Bruchteil dessen beschrieben was wirklich gefordert war. Ich denke Recruiting braucht ein Make-Over, eine kleine Revolution. Eine individualisierte From der Jobsuche wie sie beispielsweise durch jobify möglich ist, macht durchaus Sinn. Je gezielter man suchen bzw. sich finden lassen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide
Seiten sich viel Zeit und Nerven sparen. Der Prozess des Job Matchings ist nicht nur einfach zu handhaben sondern auch nachhaltiger. Schließlich kann man nicht immer auf pures Glück oder gute Beziehungen hoffen um den Job zu finden, der zu einem passt.

Ana Volkland

Als Gast-Autorin hat Ana nicht nur bei uns Beiträge veröffentlicht. Mittlerweile ist Ana in Düsseldorf und genießt das rheinische Leben.

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